Heute: 02.10.2022 - 05.35
Betoninstandsetzung    SIVV

• SIVV:   Schützen - Instandsetzen - Verbinden - Verstärken


Grundlagen (IV)

  • Untergrundvorbereitung

Die Untergrundvorbereitung stellt einen wesentlichen Faktor für die Dauerhaftigkeit einer Betoninstandsetzung dar.
Aus Tabelle 2.5 der DAfStb (wurde in TR Instandhaltung übernommen) und Tabelle 3.4.2 der ZTV-ING Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 ist zu entnehmen, welche verschiedenen Verfahren für die Vorbereitung des Betonuntergrundes angewendet werden können.

Die Tabellen der ZTV-ING Ausgabe 2017 bzw. 2013 und der DAfStb-Richtlinie Ausgabe 2001 unterscheiden sich in den Angaben zum Flammstrahlen und Druckstrahlen bzw. Hochdruckwasserstrahlen.


Die TR Instandhaltung in Verbindung mit der DAfStb-Richtlinie spricht vom Hochdruckwasserstrahlen und gibt den Mindestdruck
mit 60 N/mm² an.
Die ZTV-ING Ausgabe 2013 verwendet den Begriff Druckwasserstrahlen und gibt den Mindestwert
mit 80 MPa = 80 N/mm² an.
In der ZTV-ING Ausgabe 2017 wurde das Hochdruckwasserstrahlen der Richtlinie angepasst und wird
mit 60 N/mm² angegeben.
Flammstrahlen ist in der ZTV-ING Ausgabe 2017 nicht mehr aufgeführt.


  • Häufig angewendete Untergrundvorbereitungsverfahren

Beim Druckluftstrahlen bzw. Druckwasserstrahlen mit festen Strahlmitteln werden unterschiedliche Materialien verwendet, z.B. Schmelzkammerschlacke, Kupferhüttenschlacke, Nussschalengranulat, Glasgranulat.


Abbildungen: Schutzausrüstung, Totmannschaltung, Granulat
Bilder: BG Bau


  • Strahlen mit Granulat (= Druckluftstrahlen mit festem Strahlmittel)

Beim trockenen Druckluftstrahlen sind silikogene Strahlmittel (Quarzsand) mit einem Quarzgehalt von mehr als 2% verboten, da silikogener Staub erzeugt und eingeatmet werden kann.

Um eine Staubbildung durch das Abstrahlgut weitgehend zu vermeiden, wird häufig durch Hinzufügen von Wasser das Feuchtstrahlen bzw. Nebelstrahlen mit festen Strahlmitteln eingesetzt.

Bei Strahlarbeiten ist besonders auf die persönliche Schutzausrüstung zu achten (siehe Bild: Strahlerhelm mit Prallschutzüberzug, Schutzhandschuhe und Sicherheitsschuhe). Die beim Druckluftstrahlen zwingend vorgeschriebene Totmannschaltung bewirkt beim Loslassen einen weiteren Austritt von Strahlmitteln und gleichzeitig eine Druckentlastung des Strahlschlauches.


  • Druckwasserstrahlen mit festem Strahlmittel
  • Nebelstrahlen, Feuchtstrahlen mit festem Strahlmittel
  • Hochdruckwasserstrahlen

Die Vorteile des Druckwasserstrahlens liegen in der Verwendung des Strahlmittels Wasser, wobei aber auch zusätzlich mit Granulat - bei geringerem Druck - gearbeitet werden kann. Die Staubfreiheit sowie die günstigere Vibrationsentwicklung bei der Anwendung sind sicher von Vorteil. Nachteilig kann sich auswirken, dass mit dem Wasser abgetragene Stoffe leichter ungefiltert in die Kanalisation gelangen können. Ferner kann sich der Wasseranfall speziell bei älteren Geräten mit hohem Wasserdurchsatz negativ auf das Baufeld auswirken.


links mit viel Wasser,
rechts mit wenig Wasser
Bilder: Manfred Schröder / Gerd Swatek


  • Kugelstrahlen

Speziell bei großen waagerechten Flächen (Brückentafeln, Hallenböden, Parkdecks) wird heute überwiegend das Strahlen mit festen Strahlmitteln bei gleichzeitigem Absaugen - das sogenannte Kugelstrahlverfahren - angewendet. Als Strahlgut werden in der Regel Metallkugeln aus verschiedenen Metallen verwendet, aus Gusseisen, Stahlguss oder Hartguss. Die Metallkugeln werden durch ein Schleuderrad mit hoher Geschwindigkeit auf den Boden geschleudert und unmittelbar danach mit den abgestrahlten Verunreinigungen und/oder Mörtel abgesaugt und maschinell getrennt. Die Metallkugeln können anschließend wiederverwendet werden.


Funktionsskizze | Bilder: Fa. Blastrac


  • Zusammenfassung:   
  • Welches Verfahren zur Bearbeitung des Betonuntergrundes angewendet werden kann, hängt sehr stark von den zu entfernenden Materialrückständen wie z.B. Epoxidharz, Acrylfarbe, Bitumen oder Zementmörtel ab.
  • Letztendlich wird fast in allen Fällen gefordert, dass artfremde Stoffe restlos entfernt sein müssen und eine raue Oberfläche vorliegt.
  • Lt. TR Instandhaltung und ZTV-ING muss "Das fest eingebettete grobe Gesteinskorn des Betonuntergrundes kuppenartig frei liegen".

Hält aus Gewohnheit!
Bücher

Handbuch der Brückeninstandhaltung
Autoren:
Vollrath, Tathoff, Grassel

Sichtbeton-Mängel: Gutachterliche Einstufung, Mängelbeseitigung, Betoninstandsetzung und Betonkosmetik
Autor: Joachim Schulz

Rissbildungen im
Stahlbetonbau
Autoren: St. Röhling,
H. Meichsner

Tiefgaragen + Parkdecks: Hinweise und Empfehlungen zur Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit für Parkbauten aus Beton
Autoren: Gottfried Lohmeyer, Karsten Ebeling

↓ Betonman ↓
Werde
Betoninstandsetzer

Betonman



Für Ihre Anregungen bzw. Hinweise

Kontaktformular:
G. Swatek

aktualisiert: 04.04.2022 | © 2012 - 2022
Pfeil links back | Home |Impressum| Kontakt | nach oben Pfeil nach oben